Vom Sauerland in die weite Welt

Als Eltern wünscht man sich, dass die Kinder glücklich sind, deshalb muss man lernen “loszulassen” und das proben wir seit circa einem Jahr. Hätte man mir vor einigen Jahren gesagt, dass eine meiner Töchter in den Semesterferien mit dem Rucksack quer durch Portugal reist, oder beide zusammen gemeinsam mit dem Kajak durch einen Fjord paddeln oder die älteste mit einem Kreuzfahrtschiff durch die Karibik fährt und dabei ihren Lebensunterhalt verdient, dann wäre mir vor Sorge das Herz in die Hose gerutscht. Heute ist es pure Wirklichkeit, denn sie sind erwachsen und voller Neugierde auf´s Leben.

Früher um diese Jahreszeit, saßen wir gemeinsam in der Küche und haben gebastelt oder Plätzchen gebacken, während nebenan im Wohnzimmer die CD von Rolf Zuckowski`s Weihnachtsbäckerei in Dauerschleife lief. Heute kreisen die Gedanken unserer ältesten Tochter bereits um das Kofferpacken für die nächste große Tour in die “Karibik”, wobei es sich inzwischen um ihre dritte Fahrt mit der AIDA handelt.
Während der letzten viermonatigen Norwegen-Tour mit der AIDA-Perla, legte das Schiff immer samstags im Hamburger Hafen an, wo wir die Gelegenheit nutzten, sie zu besuchen. Vier Monate sind eine lange Zeit und schließlich möchte man als Eltern auch mal gerne sehen, wie der Arbeitsplatz der Tochter als Mediengestalterin ( hier: Redakteurin für Bordmedien ) auf einem Kreuzfahrtschiff aussieht. Die Perla ist eine der größten Schiffe in der AIDA-Flotte. Mit 18 Decks und 300 Metern Länge bietet sie Platz für 4350 Passagiere und 900 Crew-Mitglieder. Der Anblick im Cruise Center Steinwerder übertraf bei weitem meine Vorstellungskraft in Bezug auf die Größe eines Kreuzfahrtschiffs.
Was die Arbeit angeht, so hört es sich nach einem Traumjob an und in mancher Hinsicht mag das auch so sein, allerdings ist es kein Urlaub. Jedem einzelnen Crew-Mitglied wird ein sehr diszipliniertes und arrangiertes Arbeiten abverlangt, was kein Zuckerschlecken ist. Allerdings sehe ich es auch als Gelegenheit, um Erfahrungen für das weitere Berufsleben zu sammeln.

Natürlich liegt es jetzt nahe, auch mal eine Kreuzfahrt zu machen und die Karibik wäre sicherlich ein sehr reizvolles Ziel. Doch das überlassen wir dem jüngsten Familienmitglied, die bereits im Sommer mitgefahren ist. Mir ist fester Boden unter den Füßen lieber, als das Karibische Meer. Deshalb “lassen wir los” und freuen uns auf´s Wiedersehen, denn es ist das Allerwichtigste, dass die Kinder immer wieder gerne nach Hause kommen! Und überhaupt:

“Hotel Mama” ist immer noch am schönsten!