Alte Heidenstrasse

Auf Spurensuche im oberen Sauerland

Pures Wandervergnügen auf dem Schwedensteig-Heidenstraße

 

Wandertafel in Westfeld an der St. Blasius Kirche

Wandertafel an der St. Blasius Kirche

Dort, wo einst Napoleons Truppen und zahlreiche Pilger und Handelsleute mit ihren Pferdekutschen mühsam das Sauerland durchquerten, finden heute Wanderer auf dem „Schwedensteig-Heidenstraße“ ihr Glück und die perfekte Entschleunigung. Der Name des 15 Kilometer langen Rundwanderwegs –ausgezeichnet mit dem Deutschen Wandersiegel- rührt daher, dass er zum Teil über die alte Handelsstraße -die sogenannte Heidenstraße- führt, die im frühen Mittelalter die Verbindung zwischen den großen Städten Köln, Kassel und Leipzig bildete. Zur Sicherung wurden damals Landwehren gebaut. Zwei dieser Ringwälle, die man auch Schwedenschanzen nannte, befinden sich an der Wegstrecke in Altastenberg und sind teilweise noch sichtbar.

Der Einstieg in die Rundtour befindet sich in Schmallenberg-Westfeld an der Wandertafel direkt bei der St. Blasius Kirche. Von dort geht es, immer der Wegmarkierung W1 folgend, in die Astenbergstraße, vorbei am alten Pfarrhaus und dem Friedhof. Direkt hinter dem Friedhof führt ein schmaler Pfad links ab in den Buchenwald und weiter auf den unteren Wesenbergrundweg. Von hier hat man schon die erste von vielen eindrucksvollen Aussichten auf das Bundesgolddorf Westfeld und das idyllische Wiesental der Lenne. Nach kurzer Zeit geht ein zweiter Pfad rechts ab über den Rücken des Wesenbergs bis zum Gipfel, wo sich wieder eine grandiose Fernsicht öffnet.

Hubertusstein

Hubertusstein

Der nachfolgende Hudewald ist noch ein Relikt der früheren Holznutzung, denn damals wurde Holz in Ortsnähe nur zum Heizen gebraucht. Dünne Stämme wurden abgesägt. Aus der Wurzel wuchsen mehrere neue Triebe heraus, die nach etwa 20 Jahren wieder neu geschlagen wurden. Einige dieser imposanten Hudebuchen mit dem typischen Stockausschlag  kann man auf diesem Streckenabschnitt bewundern. Der Waldpfad führt direkt zum Naturschutzgebiet „Rehhecke“, einem Wachholderhain mit alten Rotbuchen, Zwergheide und anderen seltenen Pflanzenarten. Eine Schutzhütte, Tisch und Bänke laden hier zu einer kleinen Rast ein.
Gestärkt geht es dann weiter zum Hubertusstein, wo der Schwedensteig nun auf die historische Heidenstraße trifft. Tiefe Spuren in dem Hohlweg zeugen noch heute von der mittelalterlichen Hauptverkehrsader. Ein steiler Anstieg auf den Brandtenberg folgt. Doch die Anstrengung lohnt sich, denn oben wartet bereits ein bequemes Waldsofa und lädt zum Entspannen ein. Während des Ausruhens genießt man eine schöne Aussicht auf die leicht schwingende Sauerländer Bergwelt. Der Weg führt nun weiter zu den Schwedenschanzen und dem Höhendorf Altastenberg. Hier befindet sich auch der höchste Punkt der Wanderung mit 784m ü. NN. Von nun an geht es durch hohen Fichten- und Buchenwald wieder langsam talabwärts in Richtung Ohlenbach.

Aussicht vom Brandtenberg

Aussicht vom Brandtenberg

In dem kleinen Dörfchen führt der Ohlmeckepfad vorbei an der Ohlenbacher Kapelle hinauf zum Heidfeld, wo sich nochmals ein wundervoller Blick auf die Umgebung und den Rothaarkamm bietet. Danach geht es über einen weichen Wiesenweg -dem sogenannten Teppichweg- zurück nach Westfeld.  

Wem die 15 Kilometer zu viel sind, kann die Strecke auch sehr gut auf 6,9 oder 12,5 Kilometer verkürzen. Und wer keine Lust hat, einen Rucksack mit Proviant zu tragen, dem bieten sich unterwegs viele gute Einkehrmöglichkeiten.

Fazit: Der Schwedensteig-Heidenstraße hat das Prädikat „Premium“ mehr als verdient. Eine rundum gelungene Wegführung mit hohem Pfadanteil bietet pures Wandervergnügen in einer eindrucksvollen Landschaft.

(WOLL-Magazin – Text & Fotos: Heidi Bücker)